Dido und Aeneas

Mitwirkende: HochmeisterChor, Leitung: Diemut Ophardt

Ensembles des Hochmeisterchores


Götterpläne und Hexenneid – Henry Purcell’s Oper „Dido und Aeneas“, interpretiert vom HochmeisterChor


Was wir mit Mozarts „Zauberflöte“ begonnen haben, wollen wir mit Purcell’s „Dido und Aeneas“ fortsetzen: ein Opernprojekt, in dem nicht nur die Chöre, sondern auch die solistischen Partien von Chor und Chorsolisten  gestaltet werden. Purcell’s gut einstündige Oper wird in der Fassung von Sady Augsburger in voller Länge erklingen.


Die Geschichte von Dido (oder Elissa / Eliza), der sagenhaften Gründerin Karthagos, wird in der antiken Überlieferung mit der ebenso sagenumwobenen Gestalt des trojanischen Helden und Romgründers Aeneas verbunden: Auf seiner Flucht aus dem brennenden Troja landet Aeneas mit seinen Gefährten an der nordafrikanischen Küste. Dido nimmt die Flüchtlinge auf und Aeneas erzählt auf ihr Drängen von der Eroberung seiner Heimatstadt und von seinen langen Irrfahrten. Er hofft, bei ihr eine neue Heimat zu finden.


Hier setzt Purcells Opernerzählung ein: Dido, unschlüssig, ob sie sich nach dem Tod ihres Gatten auf eine neue Liebe einlassen soll, wird von ihrer Schwester und ihren Freundinnen darin bestärkt, ihren Gefühlen für den Gast nachzugeben. Gleichzeitig wird sie aber von düsteren Ahnungen bedrängt – nicht zu Unrecht, denn Jupiter hat andere Pläne mit Aeneas: Der trojanische Held soll in Italien eine Stadt gründen, der eine große Zukunft vorausgesagt ist.


Durch sein Heldenepos „Aeneis“ wollte der Dichter Vergil – ganz im Sinne seines Freundes, des Kaisers Augustus – den römischen Herrschaftsanspruch fest in der Tradition des Mittelmeerraumes verankern. Die Gründung Roms, wie sie mit der Geschichte von Romulus und Remus erzählt wurde, erhält eine Vorgeschichte. Rom wird so zur Erbin des großen Troja, das der militärischen Eroberung trotzte und nur durch die List des Odysseus zu Fall gebracht werden konnte.


Während Vergil vom direkten Eingreifen des Göttervaters erzählt, sind bei Purcell (wie in Shakespeares Macbeth) Hexen zuständig für die Verwirrung der Handlung. Hexen verkörpern im England der Restauration  das Böse schlechthin, ein mächtiges Symbol der katholischen Kirche – so sollten die Zuschauer der Uraufführung 1689 diesen Eingriff in die Vergil-Erzählung verstehen.

Hier schicken die Hexen, neidisch auf Didos Erfolge als Herrscherin und als Frau, Mercur als Traumboten und Mahner zu Aeneas. Der ist sofort bereit, alles stehen und liegen zu lassen, weiß aber nicht so recht, wie er es Dido beibringen soll, so dass sie letztlich selber ihn zum Aufbruch drängen muss.

Dido bleibt allein zurück, ihre Sterbeszene ist eine der berührendsten Arien der Barockliteratur. Zum Schluss ruft der Chor die Liebesgötter, damit sie Rosen auf Didos Grab streuen.


Henry Purcell: Dido und Aeneas, aufgeführt vom HochmeisterChor
am 24. März 2012 um 19.00 Uhr in der Hochmeisterkirche.


Christin Grohn-Menard



Wiederaufnahme

Freitag, 07.06.2013 und Samstag, 08.06.2013

Anknüpfend an die viel gelobte Aufführung aus dem Jahr 2012 wird in dieser Wiederaufnahme Bewährtes behutsam weiter entwickelt.  Im Mittelpunkt dieser von Sady Augsburger arrangierten Version der barocken Oper steht der Chor, der hinausgehend über die originalen Chorpartien auch die solistischen Werke bereichert und sich klang- und tatkräftig „einmischt“. Der ganze Kirchenraum wird genutzt, um die wechselhafte Geschichte (Konvention am Hofe, Freizügige Landpartie, Hexenkomplott in der Grotte, Brise am Hafen) plastisch zu vermitteln, unterstützt durch Solisten (Sängerinnen und Sänger des HochmeisterChores) und einen Sprecher.